„Tod in Theben“ von Jon
Fosse, in der Regie von Angela Richter, in einem Bühneraum von Katrin Brack
– ein archaischer Mythos trifft auf die karge Sprache Fosses, trifft auf
die abgründige Leichtigkeit der Inszenierungen Angela Richters, trifft auf den
minimalistischen Bühnenraum von Kathrin Brack.
Mit dem norwegischen Autor
Jon Fosse, geboren 1959, Träger des Ibsen-Preises und des skandinavischen
Nationaltheaterpreises hat einer der bekanntesten zeitgenössischen Dramatiker eine neue
Bearbeitung des Ödipus-Mythos geschrieben. Fosses Texte sind durch poetischen
Minimalismus und Musikalität der Sprache charakterisiert.
Die Regisseurin Angela
Richter setzt in ihren Inszenierungen, die in Hamburg auf Kampnagel, in Berlin
in den Sophiensaelen und am Hebbel am Ufer zu sehen waren, auf eine
unmittelbare und direkte Behandlung von gesellschaftlichen Widersprüchen. In
ihren Arbeiten spielt sie mit der Verbindung der inhaltlichen Motive mit den
Lebenswirklichkeiten des Theaters und des Publikums: wie zuletzt bei „Der
Fall Esra“ die in aller Öffentlichkeit vollzogene Transformation von
Privatleben in Kunst. Für diese Inszenierung wurde Angela Richter mit dem
renommierten Rolf-Mares-Preis der Hamburger Theater in der Kategorie
„außergewöhnliche Aufführung“ ausgezeichnet.
Für „Der Tod in
Theben“ begibt sich Angela Richter mit ihrem Team in eine
Experimental-situation, auf die Suche nach einem theatralen Ausdruck, der über
die Illustration der mythologischen Handlung hinausgeht. Im Mittelpunkt der
Inszenierung steht die politische
Dimension des Ödipus-Mythos, die durch die psychologischen Ödipus-Deutungen des
19. Jahrhunderts und die Vereinnahmung durch die Freud’sche Setzung als
Urkonflikt des männlichen Kindes in den Rezeptions-Hintergrund gerückt ist.
Den Bühnenraum der
Aufführung entwirft die Bühnenbildnerin Katrin Brack, die 2004, 2005 und 2007
in der Kritikerumfrage von "Theater heute" zur "Bühnenbildnerin
des Jahres" gewählt wurde. Katrin Brack schuf bereits den Raum für die
letzte Produktion von Angela Richter, „Der Fall Esra“.
„Tod in
Theben“ entsteht in Zusammenarbeit mit dem Hebbel am Ufer(HAU) Berlin;
Kampnagel Hamburg und den Salzburger Festspielen.
Regie:
Angela Richter, Dramaturgie: Jens Dietrich, Bühne: Katrin Brack, Kostüme Stffi Bruhn,
Musik: Dirk von Lowtzow / Tocotronic, Video: Philipp Haupt, Licht: Carsten Sander, Strickobjekte: Brigitta Pöcksteiner, Produktionsleitung: Andrea Tietz / att
Mit: Yuri Englert, Sarah Franke,
Dietrich Kuhlbrodt, Eva Löbau, Ingolf Müller-Beck, Oana Solomon, Christoph Theußl
Daten: Salzburger Festspiele / young directors project:
Deutsche Erstaufführung: Mi. 11.08.2010, weitere Vorstellungen: 12. –
14.08. Republic, Salzburg
Kampnagel Hamburg: 16.12 - 19.12.
Centraltheater Leipzig: Januar - Juni 2011
Hebbel am Ufer (HAU) Berlin: Frühjahr 2011
Eine Koproduktion der Salzburger Festspiele, dem Centraltheater Leipzig, Kampnagel Hamburg, dem Hebbel am Ufer (HAU).
Gefördert durch die Behörde für Kultur, Sport und Medien Hamburg, die Hamburgische Kulturstiftung, die Ilse und Dr. Horst Rusch-Stiftung, die Mara und Holger Cassens Stiftung, die Rudolf Augstein Stiftung, die ZEIT-Stiftung.
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